Freie Trauung Österreich

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Der Berg ruft! Eine Freie Trauung am Berggipfel

Eine Trauung am Berggipfel. Auch das ist natürlich möglich, schrieb ich ganz locker in einem Blogartikel. Was das aber wirklich für mich als Freie Rednerin bedeutet, war mir nicht wirklich klar.

Kurze Zeit später bekam ich tatsächlich eine Anfrage von einem Brautpaar. In einer sehr persönlichen und herzlichen E-Mail schrieben sie mir von ihrem Wunsch. Eine Freie Trauung zu zweit am Traunstein. Sie dachten sich, ich wäre ganz sportlich, da ich ja schon einmal in Norwegen weitwandern war.

„Was für eine besondere Location“, war mein erster Gedanke.

P1170173Am Gipfelkreuz vom Traunstein eine Freie Trauung zu begleiten. Ich war sofort Feuer und Flamme! Diese Euphorie wurde aber etwas gebremst, als ich meinem Mann davon erzählte. Mit Gondel, Seilbahn oder Ähnlichem kommt man nämlich nicht auf diesen Berg. Der Traunstein kann also nur zu Fuß erklommen werden und dies ist nicht ganz ungefährlich. Immer wieder stürzen Wanderer am Traunstein ab. Alleine wollte er mich daher auf keinen Fall den Traunstein besteigen lassen. Zum Glück ist mein Schwiegerpapa sehr bergerfahren und ich konnte ihn schnell davon überzeugen, mich bei dieser besonderen Trauung zu begleiten. Und so schickte ich dem Brautpaar – zwei Bräute – mein Angebot zu.

Nach einem lockeren, ehrlichen und lustigen Kennenlernen war für die beiden klar, dass ich ihre Trauung begleiten darf. Zum Glück schlossen sie auch gleich meinen Schwiegerpapa ins Herz, denn ohne ihn als meinen Bergguide hätte ich mir dieses Bergabenteuer nicht vorstellen können.

1. Die Vorbereitungen für die Gipfeltrauung

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Bereits im Juli, zwei Monate nach unserem Kennenlernen, sollte die Trauung stattfinden. So trafen wir uns kurze Zeit später, um die Details ihrer Trauung zu besprechen. Außerdem vertrauten sie mir ihre Kennenlerngeschichte, aber auch wundervolle Details über ihre Liebe zueinander, an. Dank meiner Ausbildung bei Freie Redner war ich für die Freie Redner Hochzeit gut vorbereitet und fühlte mich in dieser Hinsicht sicher. Klar war aber, diesmal bedarf es einer viel spezielleren Vorbereitung. Ich musste sportlich einigermaßen fit werden. Die Annahmen meiner Bräute stimmte nämlich nicht. Meine Kondition lag etwa im Bereich „nicht vorhanden“. Ein tägliches Workout stand nun auf dem Programm. In Momenten, in denen ich eigentlich keine Lust hatte, holte meine 2-jährige Tochter ganz selbstverständlich die Sportmatte hervor. Nicht nur meine Familie, auch meine Freunde, unterstützten mich mit motivierenden Worten und durch die Begleitung bei Wanderungen. Nun war ich etwas fitter als zu Beginn. Traunstein, wir kommen!

2. Manchmal kommt es anders als gedacht

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Motiviert und aufgeregt fieberte ich den letzten Tagen entgegen. Doch dann kam alles etwas anders als gedacht. Völlig unerwartet musste ich 5 Tage vor der geplanten Trauung ins Krankenhaus und mich einer kleinen Operation unterziehen. Diese war nicht verschiebbar. Damit hatte keiner von uns gerechnet. Eine Welt brach in diesem Moment für mich zusammen. Unter Tränen rief ich meine Bräute an, um ihnen zu sagen, dass ich sie auf ihrer Traumhochzeit nicht begleiten kann. Für unerwartete gesundheitliche Ausfälle sucht zum Glück die Freie Rednerinnen Agentur für mich nach einer Kollegin, die spontan einspringt. Beide waren unglaublich verständnisvoll, wollten aber keine andere Redner*in. Leider wusste ich nicht, wie schnell ich wieder fit werde. Andere Berge und erst nächstes Jahr zu heiraten, standen daher im Raum. Ich war überwältigt und gerührt von ihrem Verständnis mir gegenüber. Gedanklich waren wir nun bei einem neuen Termin im Jahr 2022. Schneller als gedacht, wurde ich wieder fit. Aus einem Gefühl heraus schlug ich spontan meinen zwei Bräuten vor, im September den Traunstein zu erklimmen. Damit hatten sie nicht gerechnet. Nach kurzer Überlegung waren sie voller Freude mit dabei.

3. Unsicherheitsfaktor Wetter bei einer Freien Trauung

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Bei so einer Trauung am Berggipfel, ist nicht nur die Gesundheit, sondern auch das Wetter ein Unsicherheitsfaktor. Klar war, wir wollten uns nicht gefährden und auf keinen Fall bei Schlechtwetter auf den Traunstein wandern. Daher haben wir uns alle fünf Tage freigehalten. An zwei dieser Tage musste das Wetter einfach beständig sein. Einige Tage bevor das Abenteuer los gehen sollte, hatte ich die Wetter-App ständig im Blick. Fast stündlich änderten sich die Prognosen und damit stieg auch meine Unruhe. Schlussendlich legten wir die Tage für den Auf- und Abstieg fest. Am Abend des Aufstiegs würde dann die Trauung stattfinden. Statt meiner Rednertasche und meinem Mikrofon packte ich meinen Rucksack. „Warum bist Du so nervös? Es ist ja nicht Deine erste Trauung“, fragte mich meine Freundin am Abend, bevor das Bergabenteuer los ging. Ja, da hatte sie Recht. Ich war auch nicht wegen der Trauung an sich aufgeregt, da ich mich gut vorbereitet habe. Viel mehr geisterte mir der Aufstieg auf den Traunstein durch den Kopf – schaffe ich es körperlich, komme ich an meine Grenzen?!

4. Die Freie Trauung am Gipfel

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Am Tag der Trauung ging es um 04:45 Uhr mit meinem Schwiegerpapa mit dem Auto Richtung Gmunden. Um 06:30 starteten wir unseren Aufstieg über den Mair Alm Steig. Mit motivierender Musik in einem meiner Ohren gingen wir langsam und in Ruhe los. Beim Aufstieg wurden wir immer wieder mit einem traumhaften Ausblick belohnt. Nach einigen Pausen und vier Stunden reiner Gehzeit, erreichten wir das Traunsteinhaus der Naturfreunde. Ich konnte es nicht fassen, wir haben es geschafft. Glücklich, stolz und etwas k.o., gönnten sich mein Schwiegerpapa und ich ein Bier. Nun warteten wir noch auf das Brautpaar, die auch einige Zeit später das Traunsteinhaus erreichten.

Um 17 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Gipfel. Beim 45-minütigen Einzug, von der Hütte bis zum Gipfel, in Tracht und Bergschuhen, begegneten uns überraschte Wanderer und Gämse. Ein Stück entfernt vom Gipfelkreuz stand ein kleines Bankerl, perfekt für das Brautpaar, mit grandiosem Ausblick. Es war eine ganz besondere Atmosphäre – nur eine sehr gute Freundin und mein Schwiegerpapa als Gäste, Berge mit Abendsonne und ein herzliches Brautpaar. Dies hat mich selbst so berührt, dass während der Trauung auch bei mir die ein oder andere Träne floss. Ein Moment, der für mich unvergessen bleibt. Der Auszug – vom Gipfelkreuz zum Traunsteinhaus – erfolgte bei Sonnenuntergang.

5. Die Location – das Traunsteinhaus der Naturfreunde

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Angekommen am Traunsteinhaus haben wir bei einem wunderschönen Abendrot mit dem Brautpaar angestoßen. Bei einem gemeinsamen Essen haben wir das ganze Bergabenteuer Revue passieren lassen. Roman, der Hüttenwirt und sein Koch, haben uns kulinarisch verwöhnt.
Am nächsten Morgen haben wir uns den Sonnenaufgang natürlich nicht entgehen lassen. Nach einem gemeinsamen Frühstück mit dem Brautpaar ging es mit meinem Schwiegerpapa wieder runter vom Berg. Der Abstieg hatte es noch einmal in sich, aber verlief zum Glück auch unfallfrei.

Ich bin dankbar, dass ich diese Trauung am Gipfel begleiten durfte. Ein Abenteuer voller Höhen und auch persönlichen Tiefen, die ich nie vergessen werde und durch die ich nun eine ganz besondere Verbindung zu den zwei Bräuten habe.

Alles, wirklich alles ist möglich!

Eure Simone Nussbaumer

Autor*in
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